Montag, 6. September 2010

Ein Blog - Ein Baum



Blogs und die Umwelt...
Blogs verschmutzen keine Umwelt - die sind doch nur im Computer! Leider falsch. Blogs laufen auf Servern die Strom verbrauchen. Da kommt einiges zusammen. Das kann man (zumindest zum Teil) an anderer Stelle wieder gutmachen.

Wir pflanzen einen Baum für dein Blog!
Jeder kann helfen. Manchmal ist das ganz einfach. Mit unserer Aktion "Ein Blog, ein Baum" kannst du zusammen mit I plant a tree und ITSTH ganz einfach deinen Beitrag zum Umweltschutz leisten.


Mein Blog hat eine Kiefer gepflanzt.

Sonntag, 5. September 2010

Nennt mich "ÖKO" !

Lebenskrise könnt man das nennen! Normalerweise holt einen sowas immer später ein. Jedenfalls nicht mit 22. Man wacht auf und irgendwas ist anders. Man schaut in den Spiegel und sieht nicht mehr sich. Man guckt in den Schrank und kriegt die Krise. Man sieht auf den Teller und ekelt sich. Und man weiß nicht warum. 3 Wochen Heimat und man sollte meinen das es einen zurück in alte Verhaltensmuster zurückwirft. Aber: 3 Wochen Heimat und man merkt, dass das nicht das Leben ist was man leben will. 3 Wochen Heimat und man merkt, dass man nicht mehr die selbe ist, man merkt das der Bach zwischen altem "ICH" und neuem "ICH" zu einem reißenden Fluß geworden ist oder noch werden muss um mit sich selbst ins Reine zu kommen.
3 Wochen Heimat und ich muss was ändern. Ernährung, Bewegung, Engagement, Konsumverhalten. Radikal, konsequent und nachhaltig. Das sind DIE Schlagworte!
Nach meinem 3-wöchigen Roadtrip mit Freunden durch Frankeich und Spanien wurde mir einiges klar:

-Highheels sind nur so mittel-bis unpraktisch bei Stadtexkursionen
-Make-up nur so mittel-bis unpraktisch im Sommerurlaub
-Glätteisen nur so mittel-bis unpraktisch wenn man nur mit dem Auto unterwegs ist

und vor allem: Toiletten total überbewertet, wenn man n kleines Wäldchen in der Nähe hat!

Kaum hatte ich mich an das Leben als Vollzeithippie gewöhnt wurde ich wieder in den Alltag geworfen. Kaum in Münster musste das Auto meiner Eltern nach Cuxhaven zurückgebracht werden - und dort blieb ich - 3 Wochen.

Ich weiß nicht, ob ich in der Zeit einfach nur Kontakt zu den falschen Leuten hatte oder mit der frischen Seeluft nicht zurecht kam, jedenfalls wachte ich iwann genau mit diesen Gedanken auf.Irgendwas war anders.Irgendwas musste geändert werden.

Ich also auf Fleischentzug - super Sache, meine ganze Familie musste drunter leiden.
Ich also sportlich aktiv - soll ja bekanntlich gut für den Körper sein.
Ich also sozial engagiert - ist gut für's schlechte Gewissen.

Jetzt bin ich wieder eine Woche in Münster - und ich bin grüner als jemals zuvor.

Kürzlich sagte ich zu einer meiner besten Freundinnen: "Du musst dir Ziele setzen im Leben, Ziele von denen du überzeugt bist, für die du eintreten kannst und an denen du arbeiten musst auch wenn du denkst, dass dies unmöglich ist..."
Ich glaub erst in diesem Moment ist mit mal wirklich klar geworden, das wir alle Teil eines großen Ganzen sind und das auch jeder Teil etwas ändern kann, etwas erreichen kann-wenn man nur anfängt es zu tun.

Ich also 50% meiner Highheels verschenkt.
Ich also Glätteisen weggegeben.
Ich also Makeup-Konsum reduziert.
Ich also ein Teil meiner überflüssigen Sachen der Diakonie gespendet.

Und ich bereue nichts. Den Anfang habe ich gemacht und ein Ende ist noch nicht in Sicht. Ich habe Dinge hinterfragt, mir eine Meinung gebildet und mir Ziele gesetzt. So wie ich es selbst predige.

Vor Allem mein Konsumverhalten hat sich geändert.Nahrungsmittel hauptsächlich von "politisch korrekten" Herstellern, bei Obstprodukten wo es nur geht FAIRTRADE, Gemüse und heimische Früchte zum Großteil saisonal und regional. Auf Fleisch und Fisch wird sowieso verzichtet.

Und hier ist die Frage nach dem WARUM angebracht!

Warum "politisch korrekt"?
-weil Verschwendung und Überproduktion zu unserem "täglich Brot" geworden sind. Global wird etwa 8-mal so viel produziert wie überhaupt konsumiert werden kann und das auch nur in den Ländern die sowieso schon im Überfluss leben, während die andere Hälfte an den Folgen von Unterernährung stirbt.
Und auch so: Etwa zehn Prozent aller verpackten Lebensmittel landen ungeöffnet im Hausmüll - das entspricht knapp 390 Euro pro Haushalt und Jahr - insgesamt rund 15 Milliarden Euro.

Warum regional und saisonal?
-weil die Produktion von nicht saisonalen Produkten unsere Umwelt schädigt und nur mit Hilfen von erhöhten Einsätzen von Pestiziden und unnötiger Energie verbunden ist. Außerdem schadet der Transport von nicht regionalen Obst-und Gemüsesorten der CO² Bilanz. Man muss ja nicht auf alles verzichten, ein Anfang ist ja schon der Griff zu Tomaten aus Deutschland, statt denen aus Spanien.

Warum fleischlos?
-weil die Massentierhaltung zu den schlimmsten Klimakillern überhaupt gehört. 21% des CO² Ausstoßes sind auf Massentierhaltung zurückzuführen.
-weil durch den Anbau von Soja für den Tier-/Nahrungsmittelmarkt täglich tausende von Quadratkilometern Primär-Regenwald abgeholzt werden.
-weil der Mensch mittlerweile nicht mehr auf Fleisch als Nährstoffquelle angewiesen ist.
.....

Tja, genau darum geht es mir.Nicht mehr wegzusehen.Und anzufangen etwas zu tun.

Heut kam dann auch mein erstes T-Shirt an. Fair gehandelt. 100% organisch, 100% ohne Kinderarbeit, 100% Giftstofffrei, 100% Mindestlohnsicher, 100% Fairtrade

Nächstes Wochenende ist nach meinem Innenleben nun auch endlich mein kompletter Kleiderschrank dran.

Ich denke einfach, dass es Zeit ist für sein Handeln Verantwortung zu übernehmen, denn wir haben nur ein Leben, eine Welt und eine Chance um all das aufrecht zu erhalten.