Freitag, 9. Juli 2010

"Two hearts - One Rhythm" - Fairtrade verbindet











Tja Leute, wo soll ich anfangen?! Fand dass es Zeit ist mal wieder die eigene Meinung kundzutun.

Nachdem ich vor einigen Tagen die letzten Klausuren hinter mich gebracht habe und mich langsam tierisch auf die bevorstehenden 6 Wochen Ferien gefreut habe, kamen mir wieder die Projekttage in den Sinn. 1 Jahr bin ich nun am Kolleg, gehöre schon fast zum alten Eisen der Schule, noch eine Woche und ich weiß genau wie's nächstes Jahr wieder ablaufen wird. Fand die Idee von Projekttagen eigentlich ziemlich toll, mal ne gelungene Abwechslung zum nervigen Klausurenstress, doch nun wenn sich sowieso schon alles zum Ende neigt ist es doch ein wenig nervtötend. Unter dem Motto "50 Jahre Overberg Kolleg - Bildung verbindet" starteten die Projekte am Mittwoch. Nach meiner ersten Sport-Euphorie, die mich vor Wochen dazu trieben mich dem Spendenlauf-Projekt anzuschließen, endschied ich mich dann doch kurz vorher um, die Motivation bei 35° im Schatten mindestens 10km zu laufen war urplötzlich nicht mehr da. Sonst bin ich ja vorn dabei, gerade bei gemeinnützigen Sachen. Wenns nicht gerade um Tiere geht mach ich jeden Scheiß mit. Aber bei der Hitze?! Nein danke!
Also, was blieb mir anderes übrig!?Blieb noch das Bio-Projekt, tagelang im Garten unserer Bio-Lehrerin Kräuter fressen - ich weiß ja nicht! Meditation für Anfänger?! - Also bitte! Und an die anderen Projekte kann ich mich gar nicht erinnern, so sinn-und zweckfrei waren die meiner Meinung einfach.
Letztendlich entschieden Andrea (*) und ich uns dann für das Politik-Projekt. Da wir beide sowieso vor Tagen schon diese Subkultur-Debatte führten bei der wir uns Minderheiten anschließen wollten. Warum nicht auch diesmal? Na ja, was heißt "nicht auch"... Das war im Grunde unsere erste Chance seitdem... Und schwupps waren wir drin...und mit uns beiden schon zu dritt! Super Voraussetzung für konstruktive Teamarbeit! Um 9.30Uhr waren Andrea und ich, mit meiner kleinen Schwester, die im Moment zu Besuch ist auf dem Weg nach Enschede. Shopping und so! Wenigstens hatten wir bis dahin schonmal n Thema:

Dem Einfluss des Bio-Booms auf das Konsumverhalten der Menschen und die Anforderungen der Konsumenten an Bio-Produkte

Da hätten wir uns jedenfalls Mittwoch schonmal Gedanken drüber machen können - haben wir dann aber auf Donnerstag verschoben. Beim Frühstück. Herausgekommen ist dabei dann wenigstens ne Evaluation über ne halbe DIN A4 Seite. Besser als gar nichts. Heut waren wir dann auch nur ne halbe Stunde in der Schule. Ich liebe dieses Projekt!
Und weil ich nun nur noch bis Sonntag so 5-10 Fragen für unsere Umfrage fertigstellen muss, während andere noch mindestens 3Stunden in unklimatisierten Räumen verbringen müssen,packe ich auch gleich meine Schwimmsachen und such mir n schattiges Plätzchen:)

Und nun hab ich schon so viel geschrieben ohne es auf den Punkt zu bringen!
Ich bin eine begeisterte Bio/Fairtrade Konsumentin. Ich kauf alles! Egal ob's schmeckt oder nicht! Jedenfalls an Nahrungsmitteln, für Kleidung fehlt es noch an nötigem Kapital. Und deshalb wollt ich einfach mal meinen Senf dazugeben.

"Durch den Kauf von Fairtrade-Produkten hat jeder Mensch die Chance die Welt ein Stück gerechter zu machen!"

...steht auf der offiziellen Transfair - Homepage. Wahnsinnig passend für solch ein Thema. Da hab ich mich gleich ein bisschen besser gefühlt als ich meinen Fairtrade-Orangensaft neben mir stehen sah. Um das Ganze nicht ins Lächerliche zu ziehen jetzt mal ein paar Fakten, die jeden dazu aufrufen sollten sich ein wenig mit dem auseinanderzusetzen was man eigentlich isst und welche Auswirkungen das eigene Konsumverhalten auf Tiere, die Umwelt aber auch auf ganze Bevölkerungen hat.

Im Grunde fängt es ja beim Kauf von Kaffee, Bananen, Orangen, Mangos und sogar Soya an. Nur die wenigstens stellen sich die frage woher ihre Lebensmittel kommen die sie für so einfach verfügbar erachten. Und auch ich sah den Erwerb von Chiquita-Bananen als völlig normal an. Bananen sind super. Multinationale Konzerne nur leider nicht!!! Plantagenwirtschaft ist gerade in Asien, Mittel- und Südamerika und Afrika "Gang und Gebe", Arbeit für "jedermann" ist durch die Ansiedlung von Unternehmen endlich vorhanden und es scheint als führe dies zur Sicherung von Existenzen. Nur leider ist das nie der Fall!

•Massenware minderer Qualität wird hier produziert
•Brandrodung von ursprünglichem Primärregenwald die Folge
•Der Anbau von Monokulturen fördert den Schädlingsbefall der Anbausorten
•Verlust von Biodiversität
•Belastung der Böden
•Sozio-ökonomische Auswirkungen

Besonders der letzte Punkt sollte uns zu denken geben. Jeder spricht immer von Sozialer Gerechtigkeit, aber keiner tut was. Im Grunde gehen wir viel zu blauäugig durchs Leben. Man sollte sich bewusst machen, dass Bauern und Plantagenangestellte unter dem ständigen Druck der Weltwirtschaft stehen, den Schwankungen von Angebot-und Nachfrage ausgesetzt sind und ihre Produkte zum Einem unter prekären Arbeitsbedingungen produzieren, an denen jährlich Tausende sterben zum Anderen aber auch ihr Produkte für ein Minimum an Zwischenhändler verkaufen müssen. Die Folgen von alledem können bis zur Verelendung führen. Wir sollten uns klar machen, dass ganze Familien, ganze Dörfer und teilweise ganze Länder von unserem Konsumverhalten abhängig sind. Und wer sich jetzt denkt, dass es Alternativen geben muss hat recht! Natürlich gibt es diese! Wessen Traum ist es nicht seine Kinder mit Pestiziden arbeiten zu lassen, sich der Prostitution zu verschreiben, Drogen anzubauen oder ins versiffte Großstadt-Slums zu ziehen.
Fairtrade ist deshalb ein großer Schritt diesem entgegenzuwirken!
Der Weltmarkt produziert sowieso täglich 9-mal soviel wie wir überhaupt konsumieren um unseren "Bedarf" zu decken, was so schon allein total abstrus ist. Meiner Meinung nach sollten wir anfangen die eigene persönliche Einstellung zu überdenken. Es ist schwierig sich vorzustellen, dass mit dem bloßen Kauf von 5 Bananen die miserablen Arbeitsbedingungen , die die Großkonzerne vorgeben, unterstützt werden.
Gerade wir, Deutschland als eines der führenden Industrieländer müssten uns im Grunder der Verantwortung gegenüber der Schwellen- und Entwicklungsländer stellen um dort die Lebensbedingungen zu verbessern, denn die Menschen dort haben keine Chance allein aus dieser Ungerechtigkeit zu entfliehen.
So und zum Ablschuss noch eines der schönsten Kontra-Argumente "Aber das ist alles so teuer!"-SO A SCHMARRN!
Bananen, Kaffee, Orangen(-saft) sind nur um einige Cent teurer als andere Produkte und das ist doch zu verkraften! Außerdem gibts nun auch schon in 08/15 Supermärkten zu erhalten. REWE, LIDL und DM verfügen schon über eigene Produktlinien und wenn ich das mit meinem kleinen BAföG-Satz finanzieren kann dann wirds auch bei anderen gehen. Es ist nicht die Frage ob man sein ganzes Konsumverhalten umstellt, man sollte nur anfangen bewusster zu konsumieren und fairer zu handeln um so anderen Menschen Zukunftschancen zu bieten und Existenzen zu sichern. Wir sollten lernen, Verantwortung zu übernehmen für unser Handeln, nicht mit bloßer Naivität durchs Leben gehen und mehr hinterfragen.

Und wie Jean-Paul Sartre schon sagte:

"Wenn Ihr Eure Augen nicht braucht um zu sehen, werdet Ihr Sie brauchen um zu weinen."

Kommentare:

  1. Also ich hab zwar schon von "fair trade" gehört, mich aber nie damit auseinandergesetzt. Das wird sich jetzt mal ändern! :-)

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  2. Fair Trade schokolade ist die Beste! ;D
    Süßer Blog!

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